Shu Ha Ri – Der Weg zur Unabhängigkeit

Shuhari ist ein Konzept aus der japanischen Kampfkunst, welches den Lernweg des Schülers zum Meister beschreibt. Dieses Lernkonzept beschreibt einen klaren Weg, wie ein Mensch lernt. Auf der Stufe “Shu” befolgt der Schüler die Regeln und lernt diese. Die strikte Einhaltung der Regeln kennzeichnet diese Stufe. Erst im “Ha” geht der Schüler dazu über die Regeln auszudehnen und zu brechen. In der letzten Stufe dem “Ri” wird der Schüler selbst zu Meister und ist in der Lage eigene Regeln zu entwickeln. Das Schema ist also klar: Kopieren, Anpassen und Erschaffen.

Shu Ha Ri – Quelle: Eigene Darstellung

Shu Ha Ri & New Work

In den neuen Arbeitswelten gibt es viele Methoden, Techniken und Praktiken. Shuhari kann uns aufzeigen, dass es sinnvoll ist, nicht bei der Einführung einer neuen Methode gleich die Regeln zu brechen, die Methode anzupassen oder gar eine eigene Methoden zu erfinden.

Shu Ha Ri kann für Organisationen, Teams und Menschen als Level angesehen werden, auf dem sie sich befinden. Ein Überspringen des Levels ist nicht möglich. Somit ist der Einstieg auf der Stufe “Ri” nicht möglich. Überspringt jemand scheinbar diese Stufen, so wird sich dies negativ bemerkbar machen.

Zum Beispiel könnte ein Team auf die Idee kommen Scrum einzuführen. Dieses Team hat vorher noch nie agil gearbeitet und kennt Scrum nur grob. Sie befinden sich also im Shu. Gleich am ersten Tag kommen Sie auf die Idee ein paar Bestandteile wegzulassen und andere anzupassen. Es zeigt sich, dass die Arbeit nach Scrum doch nicht so gut ist und das Team kehrt wieder in das alte System zurück. Doch Scrum oder jede andere agile Methode/Arbeitsweise ist gar nicht das Problem, sondern die Tatsache, dass das Team nicht geduldig war. Jede Anpassung der Arbeitsweise & Zusammenarbeit braucht Zeit und sollte mit entsprechender Geduld begleitet werden. Erst wenn alle Elemente verstanden wurden, ist man in der Lage zu bewerten, was eine Anpassung bedeutet und befindet sich im “Ha”.

Das “Ri” in der neuen Arbeitswelt ist der Zustand, in dem zum Beispiel Teams Lücken erkennen und durch eigene Anpassungen darauf reagieren. Es sind in der Regel eigene Tools, Methoden oder Techniken, die für dieses Team ideal sind, um auf die Veränderung positiv zu reagieren. Diese Teams sind soweit, dass sie selbst in der Lage sind neue Regeln zu entwickeln, um in dem System unabhängig zu agieren.

Shu Ha Ri lehrt uns, dass wir beim Lernen nicht von heute auf morgen zum Meister werden. Wir sollten nicht zum Selbstzweck etwas Einführen, Entwickeln oder Anpassen. Erst wenn wir unser Handwerk verstehen, können wir entsprechend positiv auf Veränderung reagieren.

In der Persönlichkeits-, Team- und Organisationsentwicklung kann Shu Ha Ri als Level verwendet werden, um den jeweiligen Reifegrad zu bestimmen. Ebenfalls kann Shu Ha Ri als Reflektionsinstrument dienen, um zu bestimmen, warum etwas funktioniert hat oder warum eben gerade nicht.

Welchen Einfluss hat Shu Ha Ri auf uns gehabt?

Shu Ha Ri ist für uns als #ideenbringer ebenfalls ein sehr wichtiges Lernkonzept. In den Jahren vor unserer Selbstständigkeit haben wir sehr viele Ansätze im Bereich Persönlichkeits-, Team- und Organisationsentwicklung gelernt. Wir haben sehr viele Bücher gelesen, Seminare besucht und in Unternehmen gearbeitet, die solche Ansätze verfolgen und umsetzen. Nach einiger Zeit fingen wir an unsere eigenen Ideen einzubringen, wie wir diese Ansätze erweitern können, um noch besser zu werden. Letztlich sind wir auch aus dieser Phase ausgebrochen, haben unser eigenes Ideebringer-Prinzip entwickelt und diese Firma gegründet. Die vielen Impulse und Inspirationen haben es uns ermöglicht, eigene Ideen zu entwickeln und zu verwirklichen. Ohne diese vorherigen beiden Phasen (Shu und Ha), hätten wir dies nicht umsetzen können.

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