Konflikte als Erfolgsfaktor – Keine Konflikte machen Teams krank

Konflikte sind meist auf Anhieb negativ behaftet. In der klassischen Arbeitswelt gehen wir Konflikten gerne aus dem Weg. Konflikte zu vermeiden und nicht zu lösen ist aber nie eine gute Idee. In diesem Beitrag werfen wir eine positive Sicht auf Konflikte und deren Nutzen, um Verbesserungspotenziale nutzen zu können. Außerdem zeigen wir auf, wieso Konflikte behandelt werden müssen.

Positive Konflikte – Quelle: Eigene Darstellung

Was ist ein Konflikt?

Ein Konflikt kann innerhalb einer Person oder zwischen mehreren Personen entstehen, bei dem zum Beispiel Interessen, Ziele, Werte oder Inhalte nicht übereinstimmen. Das Verhalten in einem Konflikt kann sehr unterschiedlich sein. Darauf gehen wir später mit den Konflikteskalationsstufen nach Friedrich Glasl ein.

Wie kann man Konflikte kategorisieren?

Ein Konflikt kann kategorisiert werden, um besser zu verstehen auf welcher Ebene der Konflikt stattfindet. In der Arbeitswelt können und werden uns alle diese Formen begegnen können. Es ist an uns das beste daraus zu machen und nicht sein eigenes Ego in den Vordergrund zu stellen. Nachfolgend eine Liste mit möglichen Konfliktformen:

  • Sachkonflikte
  • Verteilungskonflikte
  • Interessenskonflikte
  • Beziehungskonflikte
  • Wertekonflikte
  • Innere Konflikte
  • Rollenkonflikte
  • Zielkonflikt
  • uvm.

Wie kann ein Konflikt positiv genutzt werden

Wenn es keine Konflikte gibt, gibt es auch keinen Fortschritt.

Sebastian Reinig

Konflikte in der neuen Arbeitswelt gehören dazu! Diversität im Teams sorgt quasi automatisch für Konflikte. Diese Konflikte sind aber positiv zu sehen, da aus der gemeinsamen Energie in einem Konflikt eine neue Idee enstehen kann. Wir wollen Wissensinseln abschaffen und stärker auf die kollektive Intelligenz setzen. Dabei sind Konflikte an der Tagesordnung, aber keineswegs der Untergang für ein Team. Daher sollten wir ein ausreichendes Wissen über Konflikte haben, so dass wir sie stets positiv für uns nutzen können. Aus jedem Konflikt kann schließlich eine neue Idee geboren werden.

Konflikt- bzw. Eskalationsstufen nach Friedrich Glasl

Eine Variante, um sich den Verlauf eines Konfliktes anzusehen ist das Konflikteskalationsmodell nach Friedrich Glasl. In diesem Modell sind neun Stufen abgebildet, die den Verlauf eines Konfliktes beschreiben. Die Treppe geht bewusst nach unten in diesem Modell, da der Ausgang des Konfliktes mit verlassen der Ebenen immer negativer wird. Es gibt drei Phasen und neun Stufen. Die Phasen sind in unserer Abbildung durch die Farbe der Stufen getrennt. In der ersten Phase findet ein sachlich und konstruktiver Austausch statt, bei dem jeder gewinnen kann, wenn der Konflikt in dieser Phase beendet wird. Der Konflikt ist hier auch sehr sachlich und wird nicht auf persönlicher Ebene ausgetragen. In der zweiten Phase wird davon ausgegangen, dass nur noch einer gewinnen kann und der Konflikt geht in die persönliche Ebene über. Die dritte Phase kennzeichnet sich dadurch, dass es keinen “Gewinner” mehr gibt. Die Phase der (Selbst-)zerstörung wird deshalb so genannt, weil beide Parteien sich dessen bewusst sind und versuchen dem gegenüber den größtmöglichen Schaden noch zuzufügen, um selber mit einem kleineren blauen Auge davon zu kommen.

Das Modell zeigt uns, dass wir für einen positiven Ausgang eines Konfliktes immer die erste Ebene zum Ausstieg wählen sollten. Das hört sich natürlich einfacher an als gesagt. Damit dies gelingt, und künftig Konflikte dazu genutzt werden können noch besser zu werden, bedarf es einer sehr gesunden Atmosphäre im Unternehmen und im Team. Vertrauen, gemeinsame Werte und gemeinsame Zielvorstellung helfen dabei, Konflikte positiv zu nutzen. Das Modell lehrt uns aber vor allem eines, ein Konflikt ist nie zu unterschätzen! Sind wir erst einmal in Phase zwei oder drei bedarf es geeigneter Hilfsmittel und vor allem auch Personen, um den Konflikt zu lösen.

Teamkrankheiten – Warum Konfliktvermeidung gefährlich ist

Ja, Teams können krank sein! Das beschreibt Patrick Lencioni sehr gut in seinem Buch “Mein Traum-Team”. Dieses Modell können wir nutzen, um das Thema positive Konfliktnutzung zu vertiefen. In diesem Modell gibt es fünf “Teamkrankheiten”, die in einer Pyramide, also aufbauend dargestellt werden. Als erste Krankheit wird das Fehlende Vertrauen genannt. Vertrauen ist die Basis, um alle Krankheiten zu heilen. Fehlt das Vertrauen wird das Team immer kranker! Als zweite Krankheit wird die Furcht vor dem Konflikt genannt. Hier sind wir auch gleich beim Thema! Künstliche Harmonie, also Konfliktvermeidung, ist absolut schädlich. Dadurch entstehen weder Ideen, noch eine gut Teamkultur. Weitere Krankheiten sind: Mangel an Verpflichtung, Vermeidung von Verantwortlichkeit und letztlich Unaufmerksamkeit gegenüber Resultaten (“Ego-Modus”).

Es gibt keinen Konflikt!

Darth Vader in Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter

Konflikte können der Nährboden für neue Ideen sein! Wenn wir Konflikte vermeiden, verleugnen oder verheimlichen, werden wir als Team nicht erfolgreich sein. Konflikte gehören dazu und in der neuen Arbeitswelt gibt es genug Instrumente, um sich diesen zu stellen. Ebenfalls ist es wichtig, dass in dieser Konstellation kein Dramadreieck entsteht, also jemand versucht die Heldenrolle einzunehmen und dadurch erst Opfer und Täter erschafft.

Wie gehen wir als #ideenbringer mit Konflikten um?

Wir setzen auf eine gemeinsame Kultur, die durch die Person, das Team oder die Organisation gemeinschaftlich geprägt wurde. Eine Vision, Ziele und Werte hinter denen alle stehen, sorgen für ein sehr gutes Alignment. Konflikte können dadurch viel einfacher positiv umgewandelt werden. Eine lernende Organisation, die Veränderung als normal betrachtet und darin eine Chance sieht, hat im Prinzip in seinen Leitlinien stehen, dass Konflikte notwendig sind, um zu wachsen und mehr Ideen zu generieren. Für uns entstehen gute und gemeinsame Ideen oft durch einen positiven Konflikt. Wer die Haltung hat, dass Konflikte etwas Schlechtes sind, wird natürlich nichts Positives erwarten können. Daher setzen wir auf eine positive Grundhaltung, um Ideen erfolgreich entstehen zulassen.

Quellen

  • Glasl, Friedrich (2013): Konfliktmanagement. Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und Berater
  • Lencioni, Patrick (2008): Mein Traum-Team oder die Kunst, Menschen zu idealer Zusammenarbeit zu führen

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