Spiritual Business Summit: Spiritualität und Business, geht das eigentlich?

Gestern haben wir die Chance genutzt und eines unserer Werte mit einer Präsenzveranstaltung ausgelebt. Lebenslanges Lernen, danach gestalten wir unser Leben und dafür stehen wir ein. Deshalb haben wir die letzte Veranstaltung der X-Summits mit dem Thema Spiritualität und Business wahrgenommen. Derartige Veranstaltungen geben uns guten Input, einige Inspirationen und Anlass unser eigenes Verständnis stetig zu erweitern. Natürlich immer mit dem Fokus als #ideenbringer zusammen mit Euch die besten Entwicklungsmöglichkeiten für Menschen, Teams und die Organisation zu finden, um zukünftig Erfolg über #ideenmaximierung ermöglichen zu können. Einige spirituelle Ansätzen lassen sich diesbezüglich gut integrieren. Außerdem haben wir bei Events der Community immer gute Möglichkeiten uns mal wieder mit Kollegen der Branche auszutauschen.

Wie ihr bereits in unserem #ideenbringeralphabet unter dem Buchstaben „S“ erfahren habt, beschäftigen wir uns unter anderem auch mit dem Thema Spiritualität im Business.

Der Spiritual Business Summit in Offenbach am Main wurde von der Tobias Beck Academy. veranstaltet, wo insgesamt 5×60 Minuten mit 6 großartigen Speaker*innen geboten wurden, über die wir nachfolgend einzeln kurz berichten und unsere Learnings und Reflexionen dazu mit euch teilen.

  1. Bahar & Jeffrey
  2. Ellen Michels
  3. Denys Scharnweber
  4. René Borbonus
  5. Laura Malina Seiler
Die Spiritual Business Summit in Offenbach am Main
ideenbringer – Seb und Tobi
ideenbringer – Sascha und Tobi

1. Bahar Yilmaz & Jeffrey Kastenmüller

Bahar und Jeffrey haben uns gleich morgens gemeinsam auf unterschiedliche Art und Weise näher gebracht, wie jeder Mensch seine eigenen Bedeutung von Spiritualität ergründen müsse. Es gebe nicht die eine Definition. Es gebe nicht das richtige oder das falsche Verständnis. Jeder Mensch empfindet und lebt es anders. Coaches, Speaker und Lebensmentoren könnten lediglich helfen den eigenen Weg und Bedeutung zu finden. Vorgaben wie Spiritualität umsetzbar ist seien hier fehl am Platz und zeichnen keinen spirituellen Menschen aus.

Du brauchst niemandem sagen was Spiritualität ist, denn jeder muss seine eigene finden. Wenn ich jemandem etwas aufzwinge oder ihm sage, wie etwas zu gehen hat, ist das Religion – diese Zeiten sind vorbei.

Bahar Yilmaz
Bahar und Jeffrey

Mit Geschichten und Anekdoten aus ihrem eigenen Leben haben sie das ganze untermauert und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Diese spirituellen Erkenntnisse aus dem Alltag, aus Reisen oder aus persönlichem miteinander haben sie dann auf die Businesswelt transferiert. Dabei ging es primär um zurückgehaltene und verschobene Erinnerungen, Emotionen und Gefühle, die in den „Keller“ eines jeden Einzelnen verschoben wurden. Um nun die volle Energie für das Business bzw. die persönliche Lebensvision nutzen zu können, müsse dieser Keller aufgeräumt werden. Dazu fanden einige Übungen statt. Geschieht dies nicht, so seien wir energielos, trägen eine Maske und Lachen, obwohl wir eigentlich weinen müssten. Wir lassen unsere Emotionen nicht zu und bringen uns selbst damit nicht in Bewegungen. Emotionen = Energie in Bewegung.

Aus #ideenbringer-Sicht nehmen wir ein paar Gedankenanstöße mit, vertreten im Kern aber bereits eine vergleichbare Ansicht. Wie bereits in unserem Instagram Post beschrieben, starten Abschlüsse mit der Vergangenheit im Inneren, bevor diese im Außen wirken. Dabei ist genau dies die Basis für die Findung, Förderung und Umsetzung von Ideen. Diese Vorgehensweise zwingend nur der Spiritualität zuzuordnen, unterstützen wir nicht. Ein klarer Geist ist bei uns Bestandteil der #ideenbringer-Haltung zur #ideenmaximierung und dadurch Teil des #ideenbringer-Prinzips.

2. Ellen Michels

Ellen Michels

Im Anschluss hat uns Tobias Becks persönliche Spiritualitätsmentorin Ellen Michels mit konkreten Beispielen von Spiritualität und Business versucht die Augen zu öffnen. Sie verdeutlichte sehr klar, dass erfolgreiche Menschen schon länger intensiv und ernsthaft spirituelle Themen bearbeiten. Vielmehr sei es der Grund warum sie überhaupt erfolgreich sind. Spiritualität und Business gehören demnach unabdingbar zusammen. Gerade Konzerne investieren jährlich viel Zeit und Geld, um dabei Elemente für die zukünftige Steuerung und Kontrolle der Unternehmen, aber vor allem auch in Bezug auf die Menschen und Kollegen offen zu legen. 

Die Essenz von erfolgreichen Menschen ist laut Ellen Michels eindeutig:

Diese Menschen sind vollkommen in der eigenen Autorität und haben nur eine Stimme auf die sie hören. Das macht sie erfolgreich. Ob diese Entscheidungen dann richtig oder falsch sind, weiß ich auch nicht. Sie haben jedoch nicht wie so viele andere Menschen verschiedene Stimmen, die ihnen die negativen Glaubenssätze in diversen Situation ins Ohr flüstern und sie somit von der Verfolgung ihrer Vision abhalten.

Ellen Michels

Ellen Michels ist sonst keine Speakerin, sondern bevorzugt den Face-to-Face Austausch. Dennoch hat sie uns mit ihren Beispielen aus der Praxis plausible Messages vermittelt und vor allem mit ihrem Statement „Seelenverkauf auf Raten“ für Ausehen gesorgt. Damit beschreibt sie den Prozess von vielen Menschen, die in großen Organisationen vor sich hin arbeiten und Schritt für Schritt immer mehr von ihrer eigenen Seele abgeben, um im Hamsterrad – Entschuldigung der Karriereleiter ☺ – weiter voran zu kommen.

Ihre Methapher, dass erfolgreiche Menschen immer nur eine einzige Stimme haben auf die sie hören, sehen wir als #ideenbringer gerade in Bezug auf eine VUCA-Welt kritisch. Allozentrische Perspektiven und damit einhergehende Einbeziehung mehreren Menschen für Entscheidungen, Ideenfindung oder -umsetzung sind dabei von zentraler Bedeutung. Dennoch empfanden wir eine gleiche Haltung in Bezug auf den „Seelenverkauf auf Raten“. Für uns ist dies das fehlende Why. Die fehlende Sinnstiftung in der Arbeit selbst. Ergänzend dazu ist es essenziell, dass Unternehmensvisionen mit den persönlichen Lebensvisionen näher zusammen rücken. Dadurch werden die Menschen glücklicher, loyaler und aus wirtschaftlicher Sicht produktiver.

3. Denys Scharnweber

Nach der ersten Pause kamen für uns die persönlichen Highlights des Tages auf die Bühne. Beide haben das Thema Spiritualität indirekt bearbeitet. 

Denys Scharnweber

Für die Fortsetzung sorgte Denys Scharnweber. Mit seiner etwas zerstreuten, direkten, aber einprägsamen Art hat er bereits nach einigen Minuten einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Er fokussierte sich in seinem Vortrag auf das Thema Umsetzung. Dabei war das zentrale Element die Liebe, womit er immer wieder Parallelen zog. Interessant dabei war sein Umgang mit Zielen. Persönliche Ziele und unternehmerische Ziele gleichermaßen. Seiner Ansicht nach sind Ziele die falsche Herangehensweise, um erfolgreich zu sein.  Für ihn sind es Ergebnisse, auf die sich jeder Mensch konzentrieren sollte. Ziele setzen Menschen unter Druck. Ergebnisse liefern ein Gefühl von Freude. Ergebnisse treten seiner Ansicht nach automatisch ein, wenn hierüber absolute Klarheit herrscht.

Mach das Ergebnis klar und dich danach wieder frei davon. Lass es entstehen. Ergebnisse machen dich frei, Ziele setzen dich unter Druck.

Denys Scharnweber

Dies untermauert er mit dem Modell der Quelle und des Flusses eines jeden Menschen. Jeder Mensch ist einer Quelle entsprungen und muss sich im Leben dem persönlichen Fluss hingeben. Damit wird er seine Lebensvision erreichen, ohne unglaublich hart dafür arbeiten zu müssen. Es ist quasi vorbestimmt. Viele Menschen sind sich ihrer Vision nicht im Klaren und versuchen abseits ihres Flusses mit sehr viel Arbeit Ziele auf Nebenschauplätzen zu erreichen. Viele wichtiger sei jedoch die Frage:

Kannst du unabhängig von allen Erinnerungen, allen Emotionen, allen Gefühlen der Vergangenheit dich unabdingbar für diesen einen, deinen Weg entscheiden?

Denys Scharnweber

Dabei hebt Denys hervor, dass es nicht Emotionen sind, die hierfür der Schlüssel sind. Sondern Hingabe. Der Zustand der Hingabe ist der Schlüssel und die Essenz für die unabdingbare Entscheidung zum eigenen Weg. Hingabe erzeuge dabei Vertrauen, was wiederum die absolute Kernessenz für Liebe ist. 

Zusammenfassend gibt es laut Denys zwei Geheimnisse:

  1. Entscheide dich zu 100% für dieses Leben.
  2. Vertraue darauf, dass du aus der Quelle kommst und bringe dabei Urvertrauen mit. Lass den Fluss fließen, er fließt von ganz allein. Du musst gar nichts dafür tun. 

Ziele sind nicht wichtig? Das klingt erst einmal schwierig. Wir sehen das differenzierter. Im Unternehmenskontext sind Ziele ein praktisches Instrument. Unserer Ansicht nach sollten Ziele aber eher als Fokus zur Ergebniserreichung gesehen werden. Ein bekanntes Zielsystem ist zum Beispiel OKR, welches insbesondere den Fokus für die Menschen schafft und dennoch dem Unternehmen ein Steuerungssystem gibt. Ziele sind wichtig, sollten uns aber niemals “verkopfen” lassen, sondern auch andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Fokus ist das entscheidende Stichwort.

Wenn du keinen Fokus hast, verschenkst du deine wertvolle Energie für Themen, die nicht deinem Herzenswunsch entsprechen.

#ideenbringer, 2019

4. René Borbonus

René Borbonus, der Meister der Rhetorik, rundete den zweiten Teil der Veranstaltung gebührend ab. Als Themenschwerpunkte wählte er Respekt und Emotionen, welche er immer wieder anhand von interessanten Praxis- und Alltagsbeispielen erläuterte. 

Seiner Meinung nach ist in der Kommunikation zu wenig Respekt. Wir begegnen uns alle zu respektlos, in der Art und Weise wie wir kommunizieren und reagieren. Eine Reaktion auf das Gesprochene, ist immer unsere eigene Wahrnehmung und Vorstellung von der Welt. Bei diesem Thema schwingen zwei Sachen mit: Unabhängigkeit und Verbundenheit. Beides ist immer in Abhängigkeit zueinander zu sehen. Ich kann nicht maximal unabhängig und maximal verbunden ein. Das schwingt bei Kommunikation und Respekt immer mit, je nachdem welche Bedürfnisse beide Menschen haben. Das eine bezahlt immer mit dem anderen und ist je nach Mensch in unterschiedlicher Ausprägung vorhanden. Kommunikation ist daher sehr entscheidend, weil wir jemanden sehr leicht verletzen oder verärgern können, wenn wir nicht Rücksicht auf seine Sprache nehmen. Suggestivfragen, Vorwürfe oder indirekte Andeutungen verleiten den gegenüber in eine Abwehrhaltung zu gehen. Die Art und Weise der Formulierung kann die Konsistenz von Menschen angreifen. Ein Beispiel vom Zähneputzen mit seinem Sohn hat dies sehr verdeutlicht. Offensichtlich hatte sein Sohn vor dem ins Bett gehen die Zähne nicht geputzt und statt ihm zu sagen, geh doch bitte noch die Zähne putzen, hat er ihn gefragt, ob er sie geputzt hat. Natürlich hat sein Sohn ja gesagt. Damit hat er ihn ohne es zu wollen zum Lügner gemacht. Der Sohn hätte die Zähne auch noch putzen können, ohne sich als Lügner zu fühlen.

Kommunikation ist die Bereitschaft eine Fremdsprache zu lernen.

René Borbonus

Viele Themen kann man anders machen! Niemand muss in Frage gestellt oder als Lügner dargestellt werden, um etwas zu erreichen. Manipulation und das Infrage Stellen der Konsistenz einer Person (z.B. als Lügner oder unehrlich) erlauben keine gute Kommunikation.

Weiterhin ist ein großes Thema, dass wir bei Kommunikationsproblemen nie sagen sollten “Sie haben mich falsch verstanden” oder “Da haben wir uns aber falsch verstanden”, sondern “Ich habe mich falsch ausgedrückt und probiere es noch mal”. Dieses Umdenken macht Kommunikation so viel einfacher. René sprach auch hier vom sogenannten Altenheim Sprech “Jetzt essen wir noch was und gehen dann ins Bett”, hier ist klar, dass nicht wir gemeint sind, sondern die zupflegende Person. Die Art und Weise dies so zu sagen kann einen riesen Unterscheid machen, wie unser gegenüber es aufnimmt.

Wenn sich bei dir ein Gespräch verhärtet, dann such den Fehler bei dir und es gelingt.

René Borbonus

Ein weiteres großes Kommunikationsproblem, welches keine guten Gespräche zulässt, ist die Tatsache, dass wir nicht zuhören, um zu verstehen, sondern den Satz der anderen nutzen, um über uns zu reden. Wir sehen uns und nicht den anderen!

Wir sehen Kommunikation ebenfalls als zentrales Element in der Zusammenarbeit. Silodenken und Wissensinseln werden durch eine schlechte Kommunikation nur gefördert. Eine Kommunikation, bei der wir den anderen im Blick haben schafft Zusammenhalt und Vertrauen. Auf diesem Vertrauen können erfolgreiche Teams und Organisationen aufsetzen, um erfolgreich zusammenzuarbeiten. Wir arbeiten in Teams damit, sich gegenseitig intensiv kennen zu lernen und nicht nur fachlich, sondern insbesondere persönlich, um auch mit den Besonderheiten der Sprache des gegenüber wertschätzend umgehen zu können.

5. Laura Malina Seiler

Laura hat den Abschluss, der Veranstaltung gemacht. Ihr Einstieg mit einer Meditation sollte uns zeigen, was unser Herzenswunsch ist und was unsere Ängste sind, diesen umzusetzen. Bei diesem Auftritt haben wir uns zunächst sehr unserem inner Calling gewidmet und darauf fokussiert zu verstehen, was unser persönliches Bedürfnis ist.

Der Ruf nach persönlicher Weiterentwicklung und der inneren Macht, die wir alle haben, wenn wir auf unser Herz und nicht auf unseren Kopf hören, sind die Schritte, um ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Unsere Ängste dürfen wir dabei annehmen und ihnen danken, sie fungieren als Beschützer und sind nichts böses. Entscheidend ist, dass wir los lassen und nicht “verkopfen”.

Als nächstes haben wir uns unseren Ängsten gestellt. Mittels EFT (Emotional Freedom Techniques) haben wir unsere Ängste im wahrsten Sinne des Wortes weggeklopft! Das war eine sehr interessante Erfahrung für uns, weil mit jeder Anwendung immer mehr und mehr unsere Ängste verschwunden sind.

Abschließend haben wir noch eine weitere Meditation durchgeführt, um das Gelernte zu manifestieren. Das war eine sehr spannende und wahnsinnig intensive Erfahrung, bei der wir mit sehr viel Energie herausgegangen sind.

Wir als #ideenbringer setzen auf einer persönliche Weiterentwicklung als Schlüssel für gute Zusammenarbeit. Persönliche Weiterentwicklung ist für uns nur zu erreichen, indem wir uns selbst entdecken und anerkennen. Unsere Haltung für agiles Arbeiten lässt sich hier gut ansetzen, dass wir jede Veränderung als Chance sehen und aus jeder Situation uns die Frage stellen, was wir hier lernen können. Ähnlich macht es Laura mit der Angst, dass die Angst eine Chance ist und etwas gutes ist. Angst ist nur da, wo wir auch etwas aus dem Herzen heraus wollen. Es zu probieren und als Chance zu sehen ist eine Haltung die wir stets nach außen vertreten.

Basierend auf unserem bisherigen Verständnis und ein paar neuen Gedankenanstößen ist unser Spiritualitätsverständnis im Businesskontext wie folgt:

Spiritualität ist die Fähigkeit sich mit seiner Persönlichkeit auf bewusster und unbewusster Ebene auseinanderzusetzen und die positiven wie negativen Eigenschaften zu akzeptieren. Das bewusste Denken ist eine essentielle Eigenschaft in der Zusammenarbeit, um sich mit negativen Triggern auseinanderzusetzen. Loslassen und akzeptieren sind wesentliche Aspekte, um ein positives Ergebnis zu erzielen und nicht zu verkopfen. (Verkopfen = An die Vergangenheit denken, andere verantwortlich machen für Misserfolge und generell zu sehr zu denken, statt auf das Herz und die persönliche Begeisterung zu hören.)

Sebastian & Sascha auf der Spiritual Business Summit in Offenbach am Main

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